Bismillahi- r- rahmani- r- rahim
As salamu alaikum
DERS vom 13.01.01
Liebe Schwestern
Endlich wieder ein
Treffen! Es schien, als hätten wir uns ein Jahrhundert nicht gesehen.
Geniessen wir unser Zusammensein!
Geniessen wir das Gefühl der islamischen Geborgenheit!
Danken wir Allah, dass ER
uns den geraden Weg (siratal mustakim)
gezeigt hat, alhamdulillah.
Menschen zu finden, die
mit uns fühlen und empfinden, ist wohl das schönste Glück auf Erden!
Carl Spitteler
"Das Sehnen des
Baumstammes"
Der Prophet Muhammad
a.s.s. pflegte seine Khutba (Predigt) bei einem
Baumstamm zu halten, und als er einen Minbar (Kanzel)
verwendete, der für ihn gemacht worden war, da sehnte sich der Baumstamm. Da
ging er zu ihm und strich mit seiner Hand über ihn.(Ibn'Umar, Buchhary)
Unser nächstes Treffen ist
inschallah am: 10.02.01 ab 16.15h in Näfels, Industriestr.11
Der Prophet Muhammad a.s.s. als Befehlshaber
Kapitel3
Krieg im Islam
Islam bedeutet Friede
und Errettung
Der Islam ist die
Religion, die Allah zum Wohlergehen der Menschen kollektiv und individuell- in
beiden Welten bestimmt hat. Er gründet sich auf dem Glauben an Allah und das
Anbeten von IHM ohne IHM ohne irgendeine Weise irgendwelche Partner
zuzuschreiben.
Glaube an Allah und das
IHN - Anbeten erfordern von Seiten des Gläubigen eine tiefe Anteilnahme an den
Geschöpfen - seien sie nun belebt oder unbelebt. Je tiefer der Glaube und die
Hingabe an Allah sind, desto intensiver ist auch das Interesse an allen Geschöpfen.
Glaube an die Einheit Allahs erlaubt niemanden auf der Erde, sich absoluter
Freiheit beim Umgang mit Geschöpfen zu erfreuen und dieser Freiheit auszuüben.
Islam wird von der Wurzel
SLM abgeleitet, was Errettung und Frieden wie auch Unterwerfung bedeutet, und
ist der Ausdruck der Gnade Allahs, die in den Adern des Universums fliesst. Der Islam ist das Göttliche System, dem sich alle
Geschöpfe mit Ausnahme des Menschen willentlich unterworfen haben und im
gesamten Universum kann man keine Unordnung feststellen. Aus diesem Grund ist
der Islam in erster Linie die Religion des Universums. Alles im Universum ist
"Muslim", denn es gehorcht Allah durch die Unterwerfung unter SEINE
Gesetze. Selbst ein Mensch, der sich weigert an Allah zu glauben oder seine
Anbetung jemand anderem oder einer anderen Sache ausser
Allah widmet, muss notgedrungen ein Muslim sein, was seine körperliche Existenz
betrifft. Denn sein ganzes Leben, vom Zustand des Embryo bis hin zur Auflosung
des Körpers nach dem Tod in Staub, sowie jede Faser seiner Muskeln und jedes
Gliedes seines Körpers folgen dem Kurs, der von Allahs Gesetz jeweils
vorgeschrieben ist.
Das Prinzip des Tauhid (Glaube an die Einheit Allahs) im
Islam umfasst die Notwendigkeit des Menschen, in Harmonie mit der Welt um ihn
hemm zu stehen. Das riesige Reich des Universums, das sich nur dem EINEN
unterwirft, offenbart eine Geschlossenheit und Harmonie, von der auch die Welt
des Menschen einen Teil bildet. Obwohl die Welt des Menschen zusätzlich zu den
allgemeinen Naturgesetzen einer bestimmten Reihe von Gesetzen besonders für
sich selbst unterworfen ist, steht sie dennoch in Harmonie mit anderen
Gesetzen, die die übrigen Phänomene jenseits von ihr beherrschen. Der Mensch
ist im Gegensatz zu seinen Mitgeschöpfen, die "den Pfad der Natur"
beschreiten, mit Willensfreiheit ausgestattet. Er trägt das Geschenk der
Freiheit in Verbindung mit der Verpflichtung, sein Leben mit der übrigen Natur
in Einklang zu bringen - in eine Harmonie, die auch den Pfad seiner Erhebung und
seines Fortschritts darstellt. Dies ist der Pfad, auf dem Allah die Natur des
Menschen hervorgebracht hat:
***So richte dein Antlitz
in aufrichtiger Weise auf den Glauben; (dies entspricht) der natürlichen
Veranlagung, mit der Allah die Menschen geschaffen hat. Es gibt keine
Veränderung in Allahs Schöpfung. Das ist der beständige Glaube. Aber die
meisten der Menschen wissen es nicht. *** Sura 30 AI-Rum
(Die Byzantiner) Aya 30.
Der Islam ist die
universale Ordnung, die integrale Religion der Harmonie sowie das einzigartige
System, das in der Lage ist, das Physische mit dem Metaphysischen, das
Rationale mit dem Idealistischen und das Körperliche mit dem Spirituellen in
Einklang zu bringen. Alle Dimensionen menschlichen irdischen Lebens haben ihre
eigenen bestimmten Plätze innerhalb des Islam in einer derartigen Art und
Weise, dass jede ihre eigene Funktion ausüben kann und den Menschen in die Lage
versetzt mit sich selbst im Reinen zu sein sowie in seiner Gesellschaft und mit
der Natur in Frieden zu leben und schliesslich in
beiden Welten Glückseligkeit zu erlangen.
Um in der Lage zu sein das
Leben mit der übrigen Natur zu harmonisieren, sollte der Mensch zuallererst
seine eigene persönliche Integrität verwirklichen. Dies erfordert die Anwendung
seines freien Willens für seine Energien, um diese innerhalb der korrekten, von
Allah errichteten Grenzen zu halten. Wenn ER keine Grenzen hinsichtlich seiner
Begierden anerkennt, konnte er z.B. sich widerrechtlich den Besitz anderer
aneignen, nach unerIaubten sexuellen Beziehungen streben, ect.
Ect. Wenn er also keinerlei Grenzen für den Gebrauch
seines Intellekts anerkennt, konnte er ihn ausnutzen um andere zu betrügen.
Deshalb müssen die Kräfte des Menschen unter Kontrolle gehalten werden: Sein
Intellekt muss mit "Weisheit" genutzt und seine Begierde und sein
Arger durch RechtmaJ3igkeit und Bescheidenheit begrenzt werden. Wir sollten uns
auch daran erinnern, dass der Mensch ein soziales Wesen ist; wenn er sich
nicht selbst- wie von Allah gefordert einschränkt, wird es in der Gesellschaft
mit Sicherheit Missetaten, Ungerechtigkeit, Unordnung und Revolutionen geben.
Allah liebt keine
Missetaten und keine Unordnung. ER will, dass Menschen in Frieden leben und
entsprechend unter ihnen Gerechtigkeit die Oberhand behalt. Es ist deshalb für
diejenigen, die an den Einen Gott glauben und IHN treu anbeten, Pflicht, in der
Welt Gerechtigkeit sicherzustellen. Der Islam nennt diese Verantwortung GHIHAD,
ein Begriff, der im Deutschen am besten mit "sich für die Sache Allahs
einsetzen" wiedergegeben werden kann - oder wie es manche tun mit
"heiliger Einsatz auf dem Wege Allahs".
Der heilige Einsatz auf
dem Wege Allahs
Ghihad bedeutet wörtlich,
dass man sein Bestes tut um etwas zu erlangen. Es ist nicht gleichbedeutend mit
Krieg. Dafür gibt es das arabische Wort Qital. Ghihad hat eine umfangreichere
Bedeutung und umfasst jede Art von Bemühungen um Allahs willen. Ein Mudschahed
(Kampfer in der Sache Allahs) ist jemand, der sich aufrichtig seiner Sache
hingibt, der alle seine physischen, intellektuellen und spirituellen
Fähigkeiten benutzt um ihr zu dienen und alle ihm zur Verfugung stehenden
Kräfte einsetzt um irgendeiner Macht, die ihm im Weg stehen konnte, Widerstand
zu leisten sowie, wenn nötig, nicht davor zurückschreckt, sogar sein Leben
dafür zu riskieren. Alles dies ist Ghihad. Ghihad auf dem Wege Allahs ist jener
Einsatz, mit dem der Mensch sich engagiert um ausschliesslich
Allahs Wohlgefallen zu erlangen, die Überlegenheit SEINER Religion zu
etablieren und SEIN Wort zum Sieg zu führen.
Neben dem heiligen Einsatz
sucht das Prinzip AI-Amru bi-l-Ma'rufi
wa-nNahju'ani-I-Munkar (die Aufforderung zu dem, was
rechtens ist, und das Verbot dessen, was Unrecht ist) die Botschaft des
Menschen allen Menschen in der Welt zu vermitteln und eine vorbildhafte
islamische Gemeinschaft auf weltweiter Basis zu errichten. Die islamische
Nation wird vom Qur'an als eine vorbildliche Gemeinschaft vorgestellt, eine,
von der gefordert wird, dass sie jede Anstrengung unternimmt entweder der Menschheit
mitzuteilen, was der Prophet Muhammad a.s.s. ihr mitgeteilt hat, oder, oder
durch die eigene Lebensführung vorzuleben, was der Prophet durch sein eigenes
Verhalten in die tägliche Praxis übertragen hat:
***Und so machten WIR euch
zu einer Gemeinde der Mitte, auf dass ihr Zeugen seiet vor den Menschen, und
auf dass der Gesandte Zeuge sei vor euch ... *** Sura 2 Al-Baqara
Aya 134
Aspekte des heiligen
Einsatzes auf dem Wege Allahs
Die erste Offenbarung, die
zum Gesandten Allahs kam, lautete: Lies! (oder Rezitiere) Diese Aufforderung,
die in dieser Form zu einer Zeit kam, zu der es noch gar nichts zu lesen gab,
bedeutete, dass ein Gläubiger Mensch all seine intellektuellen und spirituellen
Fähigkeiten einsetzen sollte, um Allahs Wirken im Universum und SEINE Gesetze
in der Schöpfung und im Erhalten des Universums zu erkennen :Durch dieses
Wahrnehmen soll er sich selbst und seinen Verstand von aus Ignoranz
herrührendem Aberglauben reinigen sowie sich durch Beobachtung und
Kontemplation (Betrachten) wahres Wissen aneignen.
Der Mensch besteht nicht
nur aus dem verstand; Allah hat ihm viele Fähigkeiten gegeben, und jede von
ihnen verlangt nach Einsatz. Dadurch, dass der Mensch einerseits seinen
Verstand mit im Universum manifestierten Göttlichen "Zeichen"
füttert, wird er anderseits sein "Herz" von allen Sunden reinigen. Er
wird im Bewusstsein, von Allah überwacht zu werden, ein ausgewogenes Leben
führen und immer um seine Vergebung nachsuchen. Er wird dadurch, dass er Allahs
Vergebung sucht, die Gelüste seines sinnlichen Selbst nach verbotenen Dingen
unterbinden und durch Gebete Allah bitten, ihn in die Lage zu versetzen stets
Gutes zu tun.
Die Aufforderung Lies!
Bringt somit eine Handlung zum Ausdruck. Für den Gesandten Allahs a.s.s.
bedeutet dies, dass er seine Aufgabe als ein Gesandter Allahs zu beginnen habe,
zumal er ja im Geist absolut rein war und keinerlei Aberglauben hatte. Er
sollte den Leuten die Offenbarung Allahs rezitieren sowie sie in SEINEN Zeichen
im Universum unterrichten und dadurch ihre Gedanken von allem Aberglauben aus
dem Zeitalter der Unwissenheit befreien sowie ihre Herzen von all ihren Sünden
reinigen. Er sollte sie intellektuell und spirituell erleuchten, indem er sie
sowohl im "Offenbarten Buch", das heisst
dem Universum, unterrichtete:
*** Wie WIR euch einen
Gesandten aus euren Reihen schickten, der euch UNSERE Verse rezitiert und euch
läutert und euch die Schrift und die Weisheit lehrt und euch lehrt, was ihr
noch nicht wusstet.
*** Sura 2 AlBaqara
Aya 151
Menschen sind in einem
gewissen Sinne wie rohe Mineralien, die von den Propheten bearbeitet werden
müssen und die sie reinigen und verfeinern, indem sie von ihren Herzen und
Ohren das Siegel sowie von ihren Augen die Schleier entfernen- Wenn die
Menschen durch die Botschaft der Propheten erleuchtet sind, werden sie in die
Lage versetzt, die Bedeutung der Göttlichen Naturgesetze, die Zeichen des Seins
und der Einheit Allahs sind, zu verstehen sowie in die subtile Realität der
Dinge und Ereignisse einzudringen. Nur mittels der Leitung durch die Propheten
kann die Menschheit den hohen Status erreichen, den Allah von ihnen erwartet.
Zusätzlich zum Lehren der
Zeichen haben die Propheten die Menschen auch in der Offenbarungsschrift sowie
in der Weisheit unterwiesen. Da der Qur'an die letzte Offenbarung an den
letzten Propheten a.s.s. darstellte, meint Allah ta'ala
den Qur'an, wenn ER von der Offenbarungsschrift, und die Sunna, wenn ER von der
Weisheit spricht. Deshalb muss man den Qur'an und der Sunna, dem beispielhaften
Vorbild des Propheten Muhammad a.s.s folgen, wenn man wünscht rechtgeleitet zu
sein.
Der Prophet lehrt uns
darüber hinaus, was wir nicht wissen; und die Menschheit wird auch weiterhin
bis zum Tage des Gerichts vom Propheten a.s.s. lernen. Wir lernen von ihm wie
wir uns von unseren Sünden reinigen können. Viele Fromme haben ihre
Auszeichnung als Fromme erlangt, indem sie seinem Weg folgten. Unter ihnen sagt
'Ali, dass sein Glaube an das Unsichtbare und die Grundlagen des Islam so fest
sei, dass selbst dann, wenn der Schleier des Unsichtbaren gehoben würde. Viele
andere wie zum Beispiel 'Abdul-Qadir Dschilani, Imam Ghazali, Imam
Rabbani, Fudail Ibn 'Ijad, Ibrahim Ibn Adham und Bischr AI-Chafi hatten ganz gut mit der Prophetenschaft beauftragt
werden können, wenn Allah nicht bereits ein Siegel auf die Prophetenschaft
gesetzt hätte.
Die dunklen Wolken der
Unwissenheit wurden mittels der Leitung des Propheten >Muhammad a.s.s. vom
intellektuellen Horizont des Menschen vertrieben, und als Folge des Lichtes,
das der Prophet von Allah gebracht hat, werden in Wissenschaft und Technik noch
viele Fortschritte erzielt werden.
Ein gläubiger Mensch halt
seinen Glauben durch den heiligen Einsatz auf dem Wege Allahs kraftvoll und aktiv.
Wie ein Baum seine Blatter behalt, solange er Früchte hervorbringt und von der
Erde genährt wird, so kann ein gläubiger Mensch seine Kraft erhalten, solange
er sich für die Sache Allahs einsetzt.
Wenn auch immer man einem
hoffnungslosen Pessimisten begegnet, wird man sehr schnell feststellen, dass es
sich bei ihm um jemanden handelt, der seine Bemühungen eingestellt hat. Wer
seinen Einsatz auf dem Wege Allahs stets weiterführt, wird niemals seinen
Enthusiasmus verlieren und immer versuchen seinen Aktionsradius zu erweitern.
Hinsichtlich des Ghihad
gibt es zwei Aspekte. Der eine ist das Kämpfen gegen Aberglauben und falsche
Anschauungen sowie gegen sinnliche Gelüste und böse Neigungen und bildet somit
die intellektuelle wie auch die spirituelle Erleuchtung, was mit grösserer Ghihad bezeichnet wird. Der andere Aspekt ist das
Ermutigen anderer, dasselbe Ziel zu erreichen, und wird der kleinere Ghihad
genannt.
Der kleinere Ghihad, der
gewöhnlich in der Bedeutung des Kampfes auf dem Wege Allahs verstanden wird,
bezieht sich nicht nur auf die Art des Kampfes auf dem Schlachtfeld. Der
Ausdruck ist umfassend. Er beinhaltet jede Handlung vom Sprechen bis hin zur
Anwesenheit auf dem Schlachtfeld vorausgesetzt die Handlung ist um die Sache
Allahs willen durchgeführt worden. Ob man redet oder schweigt, lächelt oder ein
griesgrämiges Gesicht macht, sich an einem Treffen beteiligt oder sich von ihm
fern halt - jede Handlung, die man unternimmt um das Los der Menschheit zu
verbessern, sei es von lndividuen oder Gemeinschaften, geht in die Bedeutung
des kleinen Ghihad.
Während der kleine Ghihad
von der Mobilisierung aller materiellen Möglichkeiten abhängt und in der Aussenwelt praktiziert wird, bedeutet grösserer
Ghihad das Kämpfen eines Menschen gegen sein sinnliches Selbst. Diese beiden
Arten des Ghihad können nicht voneinander getrennt werden. Nur diejenigen, die
über ihr sinnliches Selbst triumphieren, können den kleinen Ghihad ausüben, der
dann dem Menschen wiederum hilft, in seinem grösseren
Ghihad Erfolg zu haben.
Obwohl der Mensch, der den
kleineren Ghihad aufgibt, für eine spirituelle Verwilderung anfällig ist, mag
er sich doch davon erholen. Alles im Universum preist und glorifiziert Allah ta'ala mit jedem Atemzug und stellt entsprechend ein
Zeichen für die Existenz und die Einheit Allahs dar: Ein Mensch kann durch eins
dieser Zeichen vielleicht zum Geraden Weg geführt werden. Aus diesem Grund sagt
man, dass es so viele zum Geraden Weg führende Wege wie die Atemzüge all SElNER Geschöpfe gibt. Ein Mensch, der sich vom kleineren
Ghihad abwendet, ist für irdische Schwache anfällig. Stolz, Konsumsucht sowie
Bequemlichkeit können ihn nach seinem Sieg gefangen nehmen, und vielleicht
betrachtet er dies als eine Zeit des Ausruhens und der Nachgiebigkeit gegenüber
solchen Dingen. Dies sind einige der Gefahren, die auf jemanden warten, der
sich vom kleineren Ghihad abgewandt hat. Aus diesem Grund hat uns der Prophet
Muhammad a.s.s. durch seine Gefährten gewarnt: Ais er nach einem Sieg nach
Medina zurückkehrte, sagte er: Wir kehren gerade vom kleineren Ghihad zum grösseren zurück. Allahs Hilfe und Schutz
sicherzustellen sowie beim grösseren Ghihad, also
beim Kämpfen tierische Gelüste und Impulse, Erfolg zu haben hängt jedoch von
der Unterstützung SElNER Religion ab. Wenn jemand vor
dem Abirren sicher sein will, dann muss sein Lebensziel darin besteht, um der
Sache Allahs willen zu kämpfen, und seine Handlungen, einschliesslich
der geringfügigsten - essen, schlafen sowie einen Beruf auswählen und sich
dafür ausbilden lassen -, müssen auf dieses Ziel gerichtet werden. Allah
erklärt im Qur'an:
***0 ihr, die ihr glaubt,
wenn ihr Allahs (Sache) helft, so wird ER euch helfen und euren Füssen festen
Halt geben! *** Sura 47 Muhammad Aya 7
Der Prophet Muhammad
a.s.s. verband diese beiden Aspekte des Ghihad in vollkommenster Weise in
seiner Person. Er zeigte auf den Schlachtfeldern einen monumentalen Mut. 'Ali,
einer der mutigsten Helden des Islam, bekennt, dass die Gefährten sich in den
kritischsten Augenblicken des Kampfes hinter dem Propheten in Sicherheit
brachten. Um ein Beispiel zu nennen: Ais die muslimische Armee einen Rückschlag
erlitt und in der ersten Phase der Schlacht von Hunain sich zu zerstreuen
begann, trieb er sein Pferd in die Reihen der Feinde und schrie laut, um seine
Soldaten, die sich auf der Flucht befanden, wieder zurückzurufen : Ich bin
ein Prophet, dies ist keine Luge! Ich bin der Enkel von 'Abdul-I-Muttalib,
dies ist keine Lüge!
Wie er auf den
Schlachtfeldern der Mutigste aller Menschen war, so war er auch der Eifrigste
in der Anbetung Allahs. Er wurde von Liebe und Gottesfurcht in seinem Gebet
verzehrt, und diejenigen, die ihn sahen, empfanden ein starkes Zartgefühl für
ihn. Er fastete häufig jeden zweiten Tag oder sogar einige Tage hintereinander.
Manchmal verbrachte er die ganze Nacht im Gebet, und seine Füsse
schwollen infolge der langen Zeitdauer des Stehens im Gebet an. Wie im Sahih-al Buchhary überliefert, dachte A'ischa
radija-ilahu'anha, sein Verweilen im Gebet dauerte
doch extrem lange, und so fragte sie ihn, warum er sich unter Berücksichtigung
dessen, dass seine Sünden doch schon alle vergeben worden seien, so verausgabe.
Soll ich denn nicht ein Diener sein, der Allah dankbar ist? Lautete seine
Antwort.
Der Gesandte Allahs a.s.s.
stand manchmal auf um zu beten, ohne dabei seine Frau zu wecken, weil er ihren
schlaf nicht stören wollte. Überlieferer wie zum Beispiel Muslim, At-Tirmidhi und Haithami
berichten, wiederum von A'ischa (r), dass sie eines
Nachts aufwachte und sah, dass der gesandte Allahs nicht neben ihr im Bett lag.
Weil sie dachte, er konnte gerade bei einer anderen seiner Frauen sein, wurde
sie eifersüchtig. Sie wollte gerade aufstehen, als ihre Hand in der Dunkelheit
den Fuss des Propheten berührte. Er befand sich
gerade in der Prostration und sprach in seinem Gebet: 0 Allah! Ich suche
Zuflucht bei DEINEM Wohlgefallen vor DEINEM Zorn, bei DEINER
Vergebung vor DEINER
Bestrafung und bei DIR vor DIR. Ich bin nicht in der Lage DICH so zu preisen
wie DU DICH preist.
Wie der Prophet Muhammad
a.s.s. selbst waren auch seine Gefährten (r) einerseits auf den Schlachtfeldern
so wild wie Löwen und anderseits so aufrichtig und demütig. Jene siegreichen
Kampfer pflegten die meisten ihrer Nachte im Gebet zu verbringen. Wie Ibn Hanbal überliefert, mussten sich einmal zwei von ihnen, als
es wahrend eines Kampfes Nacht wurde, bei der Wache ablosen. Einer der beiden
ruhte, während der andere anfing zu beten. Ais der Feind diese Situation
erkannt hatte, schoss er einen wahren Pfeilhagel auf Letzteren ab. Dieser wurde
getroffen und blutete stark, brach aber sein Gebet nicht ab. Ais er seine
Andacht beendet hatte, weckte er seinen Freund, der ihn erstaunt fragte, warum
er denn ihn nicht früher geweckt habe. Seine Antwort lautete: "Ich
rezitierte gerade die Sura AI-Khaf (die Hölle), und
ich wollte die tief empfundene Freude, die ich in diesem Gebet fand, nicht
unterbrechen.“
Sie waren in ihren
Handlungen zutiefst aufrichtig; sie taten alles nur um der Sache Allahs willen
und versagten niemals dabei sich selbst zu disziplinieren. 'Omar hielt einmal
gerade eine Predigt, als er plötzlich ohne ersichtlichen Grund die folgenden
Worte einwarf: "0 'Omar, du warst ein Hirte, der deines Vaters Schafe
weidete!" Ais er nach dem Gebet gefragt wurde, warum er dies gesagt habe,
antwortete er: "Mir war eingefallen, dass ich Kalif bin, und da
befürchtete ich, ich konnte Stolz empfinden." Eines Tages sah man ihn wie
er auf seinem Rücken einen Sack trug. Ais er gefragt wurde, warum er dies tue,
lautete seine Antwort: "Ich fühlte in mir einen gewissen Stolz, und da
hatte ich den Wunsch, dieses Gefühl loszuwerden."
Nur ein Ghihad, der von
derart vollkommenen Seelen ausgeführt wird, fuhr zu effektiven Resultaten. Wer noch
nicht in der Lage ist, sich von Stolz, Eigennutz und Unaufrichtigkeit zu
befreien, wird sehr wahrscheinlich der Sache des Islam grossen
Schaden zufügen und niemals das erhoffte Ergebnis erlangen. Ghihad bedarf
einerseits der Selbstbeherrschung und anderseits des Verkündens der Wahrheit.
Es sind sowohl das Besiegen sinnlicher Begierden und animalischer Impulse als
auch das Ermutigen anderer, dasselbe zu tun, erforderlich um Allahs
Wohlgefallen, zu erlangen. Ersteres zu vernachlässigen zieht Anarchie in der
Gesellschaft nach sich, Letzteres Trägheit. Der Prophet Muhammad a.s.s. bringt
diese beiden Aspekte des Ghihad zusammen in einem seiner Aussprüche zum
Ausdruck: Die Augen von zwei Personen werden niemals das Hollenfeuer sehen:
Die Augen der Soldaten, der an den Grenzen und auf den Schlachtfeldern Wache
halt, sowie die Augen des Mannes, der aus Furcht vor Allah Tränen vergiesst.
In der Sura An-Nasr (die Unterstützung) Ayat 1.3 beschreibt der Qur'an
beide Arten des Ghihad:
***Wenn Allahs
Unterstützung kommt und der Sieg, und wenn du die Menschen scharenweise in die
Religion Allahs eintreten siehst, dann lobpreise deinen Herrn und bitte IHN um
Vergebung; ER nimmt fürwahr Reue gnädig an. * * *
Als die Gläubigen den
kleineren Ghihad praktizierten - sei es durch das Kämpfen auf dem Schlachtfeld
gegen jene, die gegen sie Krieg führten oder versuchten sie davon abzubringen
den Einen Gott allein anzubeten, oder durch das Verkünden der Wahrheit und das
Erheben des Rechten und Guten zur Pflicht sowie das Verbieten des Falschen und
Bösen -, kamen Allahs Unterstützung und Sieg, und die Menschen begannen, dem
Islam in Scharen beizutreten. In jenem Moment verfugte der Allmächtige, dass
SEINE Lobpreisung verherrlicht und SEINE Vergebung erstrebt werden sollten. Da
aller Erfolg und Sieg von Allah kommt, muss allein ER gepriesen und angebetet
werden.
Fortsetzung folgt
inschallah.
Muhammad F. Güllen
Al-Hamdulillahi-Rabbi-alamin-wa rahmatllah wa barakathu
Frauengruppe Laila,
P. Ch. Ghorab