Bismillahi-r-rahmani-r-rahim
As
salamu alaikum wa rahmatullah wa barakathu
Liebe Schwestern
Inschallah habt Ihr die Sommerruhe genossen. Obwohl wir uns ja einmal im Monat treffen, fand ich dieses mal als seien Monate vergangen seit unserem letzten Wiedersehen. Alhamdulillah können wir zusammen sein.
Eine Neuigkeit; an der Engelstrasse treffen wir uns heute das letzte Mal. Die Islamische Glaubensgemeinschaft zieht nach Wetzikon um an die Hofstrasse 96. Wir haben dort auch wieder die Räumlichkeiten für uns; auch soll es genügend Parkplätze zur Verfügung haben, alhamdulillah. Infakto heisst das, dass wir eine Viertelstunde länger zu fahren haben. Das ist zu machen glaube ich, denn das Wichtigste ist doch, dass wir uns in aller Ruhe treffen können. Hier nochmals die genaue Adresse:
Islamische Glaubensgemeinschaft
Hofstrasse 96
8620 Wetzikon
Inschallah gibt Allah ta`ala uns Sabr (Geduld) und Tawakkul Gottvertrauen.
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DERS vom 14.08.1999
Die Bedeutung von Iman (Glauben)
Nach der Definition der meisten Islamologen umfasst der Iman drei Pflichteile (rukn):
• rein äusserliches bekunden der Zugehörigkeit zum Islam durch bewusstes Aussprechen des Glaubensbekenntnisses, die Schahada, oder die Bekleidung.
• echte innere Überzeugung, d.h. Verinnerlichung des zunächst nur verbal abgelegten Islam-Bekenntnisses als Folge des Prozesses der Erkenntnis und Kenntnis mit dem Herzen.
• praktische Umsetzung dieser beiden Pflichtteile der äusseren und inneren Ebene durch entsprechendes handeln (z.B. praktizieren der gottdienstlichen Handlungen, Beachten der Gebote und Vorschriften, usw.)
Alle Islamologen sind sich einig darüber, dass Allah ta`ala (Erhaben) von den Menschen sowohl das verbale Bekenntnis zum Islam als auch die praktische Umsetzung ihres Iman durch Beachtung Seiner Gebote im Alltag verlangt, d.h. die freiwillige Unterwerfung in Wort und Tat.
In der Sura 103, Al- Asr (Der Nachmittag) Aya 01-03. ** Beim Nachmittag! Die Menschen sind wahrlich im Verlust; ausser denjenigen, die glauben und gute Werke
tun und sich gegenseitig die Wahrheit ans Herz legen und sich gegenseitig zur Geduld anhalten. **
Kriterien zur Einstufung des Imans
Die Wissenden oder auch Islamologen haben auf der Basis von Qur`an und Sunna verschiedene Merkmale zur Unterscheidung zwischen Mu`min (ein Gläubiger) und Kafir (Ungläubiger) definiert.
1. Der Kafir
Man unterscheidet zwei Gruppen:
a. Munafiq, (Heuchler)
Zu dieser Kategorie zählen Personen, die den Iman verbal bekennen und die gottesdienstlichen Handlungen praktizieren, aber gleichzeitig die innere Zustimmung verweigern.
Diese Menschen sind für ihr Umfeld, d.h. dem äusseren Anschein nach Muslime, in Wirklichkeit aber Kafir, da ihnen die echte innere Überzeugung fehlt. Allah ta`ala hat den Munafiq (Heuchler) die schwerste Pein am Jüngsten Tag angedroht.
Sura 5, Al-Ma`ida (der Tisch) Aya 61, **Und wenn sie zu euch kommen, sagen sie: „Wir haben den Iman verinnerlicht“, während sie doch in den Kufr eingetreten sind und mit diesem fortgehen; und Allah weiss am besten, was sie verborgen halten. **
Sura 4, An-Nisa`(Die Frauen) Aya 145, **Sicherlich werden sich die Munafiq (Heuchler) auf dem untersten Grund des Höllenfeuers befinden. **
b. Zu dieser Kategorie zählen Personen, die zwar den Iman erkannt und verinnerlicht haben, aber trotzdem nach aussen den Iman verbal verleugnen, um vorübergehende Vorurteile für sich im Diesseits zu erlangen.
Sura 27, An-Naml (Die Ameise) Aya 13-14, ** Doch als unsere sichtbaren Zeichen zu ihnen kamen, sprachen sie: „Das ist offenkundige Zauberei“. Und sie verwarfen sie in Ungerechtigkeit und Hochmut, während ihre Seelen doch davon überzeugt waren. **
Der Satan ist das beste Zeichen für diese Gruppe von Kafir.
Er war der grösste Dschinn-Gelehrte, und hat sich dennoch nicht gescheut, Allah ta`ala aus Hochmut und Arroganz zu widersprechen.
Die Mu`min (Die Gläubigen)
Hier unterscheidet man folgende Gruppen:
a. Die praktizierende Mu`min
In diese Kategorie fallen alle Personen, die den Iman verbal bekunden und die islamischen Handlungen praktizieren.
Solange diese Personen keine eindeutige Äusserungen machen oder offensichtliche Handlungen vollbringen, die sich ausserhalb des Islam stellen, sind sie Mu`min und dürfen auf keinen Fall als Kafir bezeichnet werden.
Als der Gefährte Usama Ibnu Zaid radija-llahu anhu (Allah habe Wohlgefallen an ihm) dem Gesandten Muhammad a.s.s. erzählte, dass er im Kampf einen Polytheisten getötet habe, nachdem dieser die Schahada (Glaubensbekenntnis) abgelegt hatte, sagte ihm der Gesandte a.s.s.: „Hat er la ilaha illa llah gesagt, und du hast ihn getötet?“ Usama antwortete: „Aber er sagte es aus Angst vor der Waffe!“
Der Gesandte a.s.s. sprach zornig: „Hast du etwa sein Herz aufgeschnitten (und hinein gesehen), um zu wissen, ob er es aus (Angst vor der Waffe) sagte oder nicht?“ Usama sagte: „ Und der Gesandte wiederholte dies so oft, bis ich mir wünschte, ich wäre an diesem Tag erst Muslim geworden!“ (Muslim)
Dieser Hadith bestätigt, dass wir die Menschen nur nach ihren äusserlichen Handlungen und nicht nach ihren Absichten beurteilen dürfen, da nur Allah ta`ala darüber befugt ist, über das Verborgene des Herzens zu urteilen.
b. Die `Aai, (wörtliche genommen; Widersacher, Ungehorsamer)
In diese Kategorie fallen alle Personen, die den Iman verbal bekunden, aber nur teilweise praktisch umsetzen, d.h. Mu`min welche die Schari`a- Gebote nicht komplett befolgen.
Die`Aai werden am jüngsten Tag wegen Nicht-Erfüllung der vorgeschriebenen Handlungen zur Rechenschaft gezogen, obwohl wie Iman hatten.
Sura 4, An-Nisa (Die Frauen) Aya 14, ** Und wer Allah und seinen Gesandten den Gehorsam versagt und Seine Schranken übertritt, den führt Er ins Feuer. **
c. Die Mu`min, die schwere Sünden begehen.
In diese Kategorie fallen alle Personen, die den Iman verbal bekunden, und trotzdem schwere Verfehlungen begehen.
Solange diese Personen keine eindeutige Äusserungen machen, dass sie der Überzeugung sind, dass diese schweren Verfehlungen die sie begehen, erlaubt (halal) seien, d.h. solange sie bewusst sind und zugeben, dass sie sich nicht entsprechend der Scharia-Norm verhalten, sind sie Mu`min und dürfen nicht als Kafir bezeichnet werden.
Diese Menschen müssen trotz ihrer schweren Verfehlungen als Muslime behandelt werden. Selbst wenn sie sterben sollten, ohne sich von diesen schweren Verfehlungen abgewandt zu haben, d.h. ohne „Tauba“ (Reue) vollzogen zu haben, müssen sie als Muslime bestattet werden.
In einem Hadith steht: Wer einen Menschen des Kufr bezichtigt oder
Sagt: „Du Feind Allahs“, und es ist (tatsächlich) nicht so, wird dies (diese Behauptung) auf ihn selbst zurückfallen. (Muslim)
Beispiel:
Ein Mu`min, der Alkohol trinkt, darf nicht als Kafir bezeichnet werden, solange er nicht die Überzeugung äussert, dass Alkohol erlaubt (halal) sei.
Das bedeutet, dass Mu`min, die Alkohol trinken obwohl ihnen bewusst ist, dass es verboten (Haram) ist, weil sie aufgrund eines schwachen Charakters der Versuchung nicht widerstehen können, weiterhin als Mu`min bezeichnet und behandelt werden müssen.
Sollte ein solcher Mu`min sterben, ohne Tauba gemacht und ohne sich das Alkoholtrinken abgewöhnt zu haben, wird er trotzdem als Muslim bestattet.
Das Zu-und Abnehmen des Imans
In der Frage, ob ein Zu- bzw. Abnahme des Imans möglich ist, vertreten die Wissenden oder Islamologen unterschiedliche Auffassungen.
Diejenigen, welche die Handlungen nicht als zum Iman zugehörig betrachten, sind der Meinung, dass es keine Möglichkeiten für eine Zu- bzw. Abnahme des Imans gibt.
Diejenigen, die die Handlungen des Menschen als grundlegendes Element des Imans betrachten, sind der Meinung, dass es bestimmt verschiedene Möglichkeiten für eine Zu-bzw. Abnahme des Imans gibt.
Zahlreiche Qur`an-Verse, Hadithe und Aussagen von Prophetengefährten, weisen auf die Möglichkeit der Zu- bzw. Abnahme des Imans hin.
Sura 3, Al-`Imran (Das Haus `Imran) Aya 173, •• Diejenigen, zu denen die Menschen sagten: „Die Menschen haben sich gegen euch zusammengeschart, so fürchtet sie!“ Das hat jedoch ihren Iman vermehrt. Und sie sagten:“ Allah genügt uns, und wie gnadenreich ist der ist der Sachwalter. ••
Sura 8, Al-Anfal (Die Beute) Aya 2, •• Die Mu`min sind wahrlich jene, deren Herzen erzittern, wenn Allah genannt wird, und wenn ihnen Seine Zeichen vorgetragen werden, wird ihr Iman vermehrt, und sie vertrauen auf ihren Herrn. ••
Der Gesandte Muhammad a.s.s. sagte: „Die vollkommenen Mu`min im Iman sind diejenigen, welche die bessere Moral haben. Und die Besten unter euch sind diejenigen, die den moralischen besten Umgang mit ihren Frauen pflegen.“
(Tirmidi und Ahmad)
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Wer von euch Verwerfliches sieht, soll es mit seiner Hand ändern. Und wenn er das nicht vermag, dann (soll er es ändern) mit seiner Zunge (durch Ermahnung). Wenn er das nicht vermag, dann (soll er es ändern) in seinem Herzen. Und das ist der schwächste Iman.“ (Muslim)
Omar Ibn ul Khattab radija-llahu anhu sagte den Gefährten öfter: „ Lasset uns unseren Iman vermehren!“ Dann sassen sie und lobpreisen Allah ta`ala, den Erhabenen.
Möglichkeiten zur Stärkung des Imans
a. Erwerb von Wissen
Der Erwerb von neuem Wissen und die Vermehrung bzw. Vertiefung des vorhandenen Wissens über Allah ta`ala, über Seine Propheten, über ihr Leben, über den Din (Religion) und seine Anforderungen und über die Schöpfung stärken die Gewissheit des Mu`min über das Dasein Allahs und in seinen Din.
Sura 35, Fatir (Der Schöpfer) Ayat 28, **Sicherlich nur die Wissenden unter seinen Dienern fürchtet Allah. **
Sura 39 Az-Zumar (Die Scharen) Ayat 9, ** Ist etwa jener, der Allah in den Nachtstunden sich niederwerfend und stehend betet, der sich vor dem jenseits fürchtet und auf die Barmherzigkeit seines Herrn hofft einem Ungehorsam gleich?
Sprich: „Sind solche, die wissen, denen gleich, die nicht wissen?“ Allein nur diejenigen lassen sich warnen, die verständig sind. **
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Der Gefährte Ibn Omar radija allahu anha sagte:
„Wir haben den Iman gelernt, und auch den Qur`an, dann vermehrte sich unser Iman.“
b. Praktische Umsetzung der Iman-Gebote
Das regelmässige Praktizieren der gottesdienstlichen Handlungen, das Vollbringen guter Taten und das rechtschaffene Handeln unterstreicht nach aussen die innere Überzeugung und führt durch ihre Regelmässigkeit zur Verstärkung des Imans.
c. Die Lobpreisung Allahs und das Nachdenken über Seine Schöpfung führt ebenfalls zur Verstärkung des Imans, weil dadurch die Grösse und die Eigenschaften Allahs bewusster gemacht werden und somit besser verinnerlicht werden können.
Sura 3, Al-`Imran (Das Haus `Imran) Ayat 191,
•• Die (Verständigen), Die Allahs gedenken im Stehen und im Sitzen und (liegend) auf ihren Seiten und über die Schöpfung der Himmel und der Erde nachdenken (und sprechen): „unser Herr, Du hast dieses nicht umsonst erschaffen. Gepriesen seist Du, darum hüte uns vor der Strafe des Feuers.“••
Sura 25, Al-Furqan (Die Unterscheidung) Ayat 73, •• Und diejenigen welche, wenn sie an die Zeichen ihres Herrn erinnert werden, nicht ihnen gegenüber taub und blind niederfallen. ••
(Dieser Ders stammt aus dem Buch Al-`Aqida von Amir M.A. Zaidan)
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Hier noch eine lustige Geschichte vom Hodscha Nasreddin
Ein Experiment
Eines Tages hatte der Hodscha vom Minarett herunter zum Gebet gerufen. Anschliessend kam er schnell die Treppe herunter und fing an davon zu rennen, wobei er mit dem Gebetsruf fortfuhr. Leute auf der Strasse wunderten sich darüber und stellten sich ihm in den Weg: „Hodscha, warum rufst du denn und läufst gleichzeitig weg?“ Der Hodscha weiterlaufend: „Jetzt nicht fragen, jetzt nicht fragen! Ich laufe meiner Stimme hinterher. Mal sehen, wie weit sie reicht.“
Al-hamdulillahi-Rabbi alamin wa
Rahmatullah wa Barakathu
Frauengruppe
Laila, P.Ch.Ghorab